Gesund bleiben unterwegs: Vorsorge und kleine Gewohnheiten auf Reisen

Kaum etwas trübt eine Reise so zuverlässig wie eine Erkältung am zweiten Tag, ein flauer Magen nach dem Straßenimbiss oder ein Kreislauf, der in der Hitze schlappmacht. Dabei lässt sich vieles mit ein wenig Vorbereitung und ein paar bewussten Gewohnheiten vermeiden. Gesund zu reisen bedeutet nicht, ängstlich zu sein oder auf Erlebnisse zu verzichten, sondern den Körper so zu unterstützen, dass er die Strapazen des Unterwegsseins gut verkraftet. Dieser Beitrag zeigt, worauf es dabei ankommt.

Die Belastung des Reisens ernst nehmen

Reisen ist für den Körper anstrengender, als es sich anfühlt. Ungewohnte Zeiten, andere Ernährung, wenig Schlaf, trockene Kabinenluft und der Kontakt mit vielen fremden Menschen auf engem Raum fordern das Immunsystem gleichzeitig heraus. Wer schon geschwächt oder übermüdet in eine Reise startet, wird anfälliger. Deshalb beginnt gesundes Reisen bereits zu Hause: In den Tagen vor der Abreise hilft es, ausreichend zu schlafen, sich nicht bis zur letzten Minute zu verausgaben und den Stress des Kofferpackens früh genug zu erledigen, statt in der Nacht davor.

Besonders unterschätzt wird die Wirkung von Flugreisen. Die Luft in der Kabine ist sehr trocken, was Schleimhäute austrocknet und ihre natürliche Abwehr schwächt. Regelmäßiges Trinken von Wasser während des Fluges, das Meiden von zu viel Alkohol und ein befeuchtendes Nasenspray können hier spürbar helfen. Wer bei Ankunft nicht sofort ins Programm stürzt, sondern dem Körper etwas Zeit zum Ankommen gibt, senkt das Risiko, gleich zu Beginn krank zu werden.

Vorsorge vor der Abreise

Je nach Reiseziel lohnt ein Blick auf empfohlene Impfungen, idealerweise mehrere Wochen vor Abflug, da manche Impfungen ihren vollen Schutz erst nach einiger Zeit oder in mehreren Dosen aufbauen. Ein Reisemediziner oder die Hausarztpraxis geben hier verlässliche Auskunft, abgestimmt auf das konkrete Land und die Art der Reise. Auch der Impfpass sollte auf dem aktuellen Stand sein, denn Standardimpfungen wie Tetanus geraten leicht in Vergessenheit.

Unverzichtbar ist eine gut sortierte kleine Reiseapotheke. Sie muss nicht umfangreich sein, aber die häufigsten Beschwerden abdecken:

  • Schmerz- und Fiebermittel, die Sie vertragen
  • Mittel gegen Durchfall sowie Elektrolytpulver zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlust
  • Etwas gegen Übelkeit, besonders bei Bus-, Boots- oder Bergfahrten
  • Pflaster, Desinfektionsmittel und eine kleine Wundauflage
  • Persönliche Dauermedikamente in ausreichender Menge, mit etwas Reserve

Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte diese immer im Handgepäck mitführen und bei verschreibungspflichtigen Präparaten eine ärztliche Bescheinigung dabeihaben, um bei Kontrollen keine Probleme zu bekommen.

Essen und Trinken mit Bedacht

Magen-Darm-Beschwerden gehören zu den häufigsten Reisekrankheiten und lassen sich oft mit einfachen Regeln vermeiden. In Regionen mit unsicherer Trinkwasserqualität gilt der bewährte Grundsatz: Koch es, schäl es oder lass es. Gegartes und heiß serviertes Essen ist meist unbedenklich, ebenso Obst, das man selbst schält. Vorsicht ist bei Eiswürfeln, rohen Salaten und offenem Leitungswasser geboten, auch beim Zähneputzen. Abgefülltes Wasser aus versiegelten Flaschen ist in solchen Fällen die sichere Wahl.

Gleichzeitig sollte man den Körper nicht von einem Tag auf den anderen mit völlig ungewohnter Kost überfordern. Wer sich langsam an lokale Gewürze und Zutaten herantastet, gibt der Verdauung Zeit, sich anzupassen. Ausreichend zu trinken ist gerade in warmen Ländern zentral, denn Flüssigkeitsmangel äußert sich zunächst nur in Kopfschmerzen und Müdigkeit, die man leicht der Reise zuschreibt, statt der eigentlichen Ursache.

Bewegung, Sonne und Pausen

Lange Sitzphasen im Flugzeug, Bus oder Auto belasten den Kreislauf und begünstigen im Extremfall Blutgerinnsel in den Beinen. Wer auf langen Strecken regelmäßig aufsteht, die Waden anspannt und ein paar Schritte geht, hält den Blutfluss in Gang. Kompressionsstrümpfe sind für Menschen mit erhöhtem Risiko eine sinnvolle Ergänzung. Auch nach der Ankunft tut moderate Bewegung gut, sie hilft dem Körper, sich schneller einzustellen.

In sonnigen Regionen wird die Kraft der Sonne oft unterschätzt. Ein Sonnenbrand am ersten Tag kann die gesamte Reise verderben. Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, eine Kopfbedeckung und die Mittagshitze bewusst im Schatten zu verbringen, schützen wirksam. In der prallen Sonne verliert der Körper zudem viel Flüssigkeit, weshalb Trinken und Sonnenschutz Hand in Hand gehen.

Der richtige Umgang mit Ansteckung

An belebten Orten wie Flughäfen, in Zügen und in vollen Bussen ist die Ansteckungsgefahr erhöht. Regelmäßiges Händewaschen ist die einfachste und wirksamste Schutzmaßnahme überhaupt. Ein kleines Desinfektionsmittel für unterwegs überbrückt Situationen, in denen kein Waschbecken erreichbar ist, etwa vor dem Essen im Freien. Sich nicht ständig ins Gesicht zu fassen, klingt banal, unterbricht aber einen der wichtigsten Übertragungswege.

Und schließlich gehört zur Gesundheit unterwegs auch das Zuhören auf die eigenen Signale. Wer erschöpft ist, sollte einen Ruhetag einlegen, statt das Programm mit letzter Kraft durchzuziehen. Eine Reise gewinnt nichts durch Selbstausbeutung. Gerade das Einplanen von Pausen, ausreichend Schlaf und ruhigen Momenten sorgt dafür, dass man am Ende gestärkt und mit guten Erinnerungen zurückkehrt statt mit einer verschleppten Erkältung. Gesund zu bleiben ist letztlich die Grundlage dafür, eine Reise überhaupt genießen zu können.